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  • Farida Damayanti

Von der Angst vor Zuschauern zu tanzen

Tanzvideos, öffentliche Auftritte, Instagram und Tanzkurse – nach Außen hin scheint es, als sei es für mich keine Herausforderung, mich tanzend in der Öffentlichkeit zu zeigen, oder? Mein Antwort ist ein klares Jein. Natürlich stehe ich schon seit ich denken kann auf der Bühne. Mit drei Jahren trat ich das erste Mal bei einer Hochzeit von Freunden der Familie auf. Ich durfte in Schlangenlinien um die anderen Tänzerinnen herumlaufen - jeder fängt mal klein an. Dank meiner Bauchtanzschule sammelte ich über die Jahre viel, viel Bühnenerfahrung bei Auftritten auf Studiofeiern und Stadtfesten. Auch Engagements für Geburtstage und Hochzeiten sind jedes Mal etwas Besonderes und für mich genauso einzigartig wie die öffentlichen Auftritte auf Showgalas und Tanz- und Kulturfestivals.

Jeder Auftritt macht Herzklopfen


Ja, es macht unfassbar viel Spaß auf der Bühne zu stehen! Es erfüllt mich, die begeisterten Reaktionen der Leute zu sehen und zu spüren. Tanz führt auf direktem Weg ins Herz und ist für mich die inspirierendste Ausdrucksform. Doch ganz ehrlich – bei jedem Posting bekomme ich Herzklopfen, die Planung der Tanzvideos lässt mich nächtelang unruhig schlafen und mir schlottern vor jedem Auftritt die Knie. Dabei ist es egal, ob es zu Hause vor Mama ist, um mir Kritik für eine neue Choreografie einzuholen, oder ich mehrere hundert Leute auf einer Showgala begeistern möchte.




Jeder kann Tanzen!


Was alle Auftritte gemeinsam haben? Wer vor anderen tanzt, lässt tief blicken. Klar, ein paar Schritte aneinanderreihen und Arme oder Oberkörper in eine Richtung drehen, kreisen oder shaken bekommt jeder hin. Und ich kann es nicht oft genug betonen: Jeder KANN tanzen! Was den Tanz zum echten Hingucker und mitreißend macht, ist der Ausdruck. Wenn die Energie der Tanzenden fühl- und sichtbar wird. Deswegen können mehrere Leute parallel die gleiche Choreografie tanzen und doch sieht es bei jedem anders aus. So spannend und wunderschön!

Tanz offenbart Dein Innerstes


Genau daher kommt aber auch die Herausforderung, sich anderen tanzend zu zeigen. Denn mit Deinem Tanz präsentierst Du gleichzeitig Deinen Körper, Deine Körperbeherrschung, Dein Selbstbewusstsein, Dein Gesicht, Deine Emotionen, Deine Leidenschaft und mit alldem Deine Seele. Wie könntest Du Dich verletzlicher zeigen, als durch diese Präsentation? Und da ist sie: die größte Angriffsfläche für die Angst. Aus diesem Grund schrecken viele Menschen davor zurück, zu tanzen. Immer wieder höre ich Sätze wie „ich kann nicht tanzen“, „ich habe zwei linke Füße“ oder „ich bin so ein Körperclown“. Dabei sollte es besser lauten: „Ich habe Angst davor, mein Innenleben zu zeigen.“


Lass Deine Angst endlich los!


Auch ich habe Angst davor, wie die Zuschauer mein Innerstes beurteilen, wenn ich es ihnen präsentierte. Um diese Angst loszulassen, besinne ich mich immer wieder darauf, warum ich überhaupt tanze. Dabei helfen mir Fragen wie:


  • Was fühle ich bei der Bewegung?

  • Welche Stimmung löst die Musik in mir aus?

  • Was möchte ich ausdrücken?


Meine Antworten auf diese Fragen lassen sich in einem einzigen Begriff zusammenfassen: Lebensfreude. Sobald diese Eerkenntnis mein Herz erreicht hat, traue ich mich wieder, mich zu zeigen. Lebensfreude ist immer größer als die Angst!


Ich hoffe, das ermutigt Dich, Dich zu zeigen. Sei es tanzend oder bei irgendeiner anderen Sache, die Dich in Lebensfreude strahlen lässt. Trau Dich und teile sie mit der Welt – Lebensfreude kann es nie genug geben!